Lauf
Zittauer Gebirgslauf 2026 - 50- 35- 17- 7,5 km
von Tobias Mieth und Jack Berger
Zittauer Gebirgslauf 2026 - 50 km (Tobias)
Wie immer am letzten April Wochenende stand dieses Jahr wieder der Zittauer Gebirgslauf im Kalender. Leider musste ich letztes Jahr verletzt aussetzen, so dass mich die diesjährige Teilnahme umso mehr freute. Immer noch mit einem gehörigen Trainingsrückstand ausgestattet, hoffte ich dennoch auf ein gutes Ergebnis.
Pünktlich 7 Uhr ging es dann mit weiteren 60 Startern auf die Strecke und es war klar, dass ich das Tempo ganz vorne nicht sehr lange mitgehen kann. So lief ich bis km 20 immer um Position 4 pendelnd und fühlte mich dennoch recht stark. Ab Kilometer 25 war ich dann nur noch allein unterwegs und lief zwischenzeitlich einen Vorsprung von 7 Minuten auf den 5. heraus. Wenn man die erste Rennhälfte betrachtet, war ich nur 3 min hinter meiner bisherigen Bestzeit im Zittauer Gebirge.
Auf den letzten 15 km habe ich dann leider das Tempo verschleppt, was sicherlich auch dem geringen Trainingsumfang geschuldet war. Schlussendlich musste ich dadurch dann kurz vor Schluss noch den 4. Platz abgeben, was mich ein etwas ärgerte.
Zusammenfassend bin ich dennoch sehr zufrieden und bei meiner 4. Teilnahme war ich zum vierten Mal auf dem Podium (in Olbersdorf wird Platz 1-6 geehrt). Zudem konnte ich auch meine Altersklasse gewinnen. Alles in allem war es ein sehr wertvoller Test für die kommende Deutsche Meisterschaft im Ultra-Trail, welche in zwei Wochen in Nesselwang stattfindet.
Das erste Mal … (Jack Berger)
...das es bei uns geklappt hat! Schon viele Jahre hatte ich es vor, aber nie hat es so richtig in den Wettkampfkalender hinein gepasst … aber dieses Jahr schon! Zum 52. Zittauer Gebirgslauf am Samstag den 25.04. war es soweit. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und sind nach Zittau gefahren. Bisher stand dem immer ein anderer Ranglistenlauf entgegen und es ist ja auch nicht einfach, die Mühen einer solch weiten Anreise auf sich zu nehmen … mit Kind und Kegel haben wir uns in der Früh aufgemacht. Denn in diesem Jahr habe ich mir eines vorgenommen: nachdem es 2025 mit dem 4. Platz nicht ganz auf das Treppchen im „SachsenEnergie-Cup“ gereicht hat, muss ich hier in diesem Jahr ein paar mehr Wertungsläufe absolvieren.
Am Tag zuvor waren wir noch beim 46. Raschützlauf in Lampertswalde, um Punkte im Meißner Sparkassen-Cup zu sammeln. Die 11,4km in 46:45 steckten noch in den Beinen. Aber trotzdem, zwischen drei Läufen am Samstag musste man sich entscheiden und die Verlockung war zu groß, wir testen mal Zittau aus … Perfekt war wieder das Wetter, wie fast bei jedem Wettkampftag in diesem Jahr! Bisher gab es bei uns nur ein Regenrennen 2026, das war der Krausnicker Bergelauf, bei dem es fast 20km lang nur geregnet hatte … Bei dem schönen Wetter war somit auch die Anreise etwas entspannt. In Zittau angekommen, war ich dann doch ziemlich überrascht: so groß hatte ich mir das nicht vorgestellt … das hat ja schon fast etwas vom „Rennsteiglauf-Feeling“ dachte ich mir.
Über 4500 Teilnehmer gab es wohl und so hatte es dann doch etwas gedauert, bis wir einen Parkplatz gefunden hatten … Im Stadion war auch schon viel los, gigantisch. Eine riesige Tribüne, LED Leinwand mit Live-Übertragung und Menschen ohne Ende. Es gab zwar die Möglichkeit, sich die Startnummer vorab nach hause schicken zu lassen, das hatte ich allerdings abgewählt … so hieß es erstmal an einer ziemlich langen Schlange anstehen … zu guter Letzt durften wir vortreten, denn der Start rückte näher. Bis vor zur Startlinie hatte ich es zwar nicht mehr geschafft, aber ungefähr in der zehnten Reihe fand ich meine Platz. Vorab vom Lauffreund Uwe Rößler gebrieft wusste ich zumindest etwas über die Strecke: es geht erstmal 4km nur bergauf! Ja und das tat es dann auch. Für mich galt es die 17km Distanz zu absolvieren. Kurz nach mir kam dann Julius an die Reihe. Auch er war am Tag zuvor in Lampertswalde am Start und hatte dort die 5,4km Strecke bestritten.
Die Beine waren schwer und es ist mir sichtlich schwer gefallen, die ersten Kilometer in Gang zu kommen. Ich habe mich zurück gehalten, wohl dem, was auf der unbekannten Strecke noch kommen würde. Ein Kilometer, zwei Kilometer, drei Kilometer bergauf, dann gingen die Strecken der 35 und 50 Kilometer von unserer Route ab … schön fand ich! Aber für mich hieß es weiter bergauf und es waren am Ende wirklich erstmal vier Kilometer gewesen, die es nur bergauf ging. Zuvor kam noch ein weiterer Abzweig, das war Julius seine Strecke, der hier die 7,5km Distanz in Angriff genommen hatte. „Krass“ dachte ich so bei mir, das wird heute auch für ihn eine neue Erfahren. Er hat bisher noch nicht viele solche langen und erst recht nicht solche bergigen Wettkämpfe mitgemacht, Respekt! Hoffentlich hält er durch … die Strecke führte weiter durch das Zittauer Gebirge. Mal gerade, noch mal bergauf, mal bergab und manchmal auch plötzlich „quer Feld ein“! Da stand einfach ein großes, rotes Schild mit einem Pfeil nach rechts am Weg. Die Läuferin vor mir hatte es gar nicht wahr genommen und lief weiter bergab … aber wir konnten sie zurück auf die richtige Fährte rufen. Es ging einfach steil den Hang hinauf. Über Wurzeln, Stock und Stein … ein Weg war das eigentlich nicht, richtig schön Trail. Naja, in den Füssen habe ich es sehr gespürt. Ständig musste man sich irgendwie abfangen und korrigieren.
Aber eines war grandios, das war der Ausblick. Hier und da hatte es was vom Elbsandstein Gebirge dachte ich mir, beim Blick nach oben und an anderer Stelle konnte man über die Baumwipfel in die weite Ferne schauen. An dieser Stelle hatten wir den höchsten Punkt erreicht und nun hieß es: jeden Berg den man hoch läuft, rennt man irgendwann auch wieder runter … das heißt aber nicht, das es einfacher wurde. Steine, Wurzeln und Geröll lagen überall und die Sturzgefahr war einfach da, wenn man sich nicht konzentrierte. Hier gab es dann auch die ersten Wasser- und Verpflegungsstationen: „Schleim“ hörte ich die Helfer rufen und dachte so bei mir: „geil, wie beim Rennsteiglauf“ … naja, ich wollte nun eigentlich nur noch ein paar Sekunden gut machen, nachdem ich bergauf so einige Konkurrenten ziehen lassen musste. Und bergab ging es dann doch wieder etwas flotter, mit lang gezogenem Schritt. Julius müsste jetzt schon im Ziel sein: „hoffentlich ist er gut durchgekommen“ dachte ich bei mir. Es lief flott, irgendwie taten die Beine jetzt nicht mehr so weh und im Tal, sind wir an den Bahnschienen entlang gelaufen. Ich dachte: „hoffentlich muss ich jetzt nicht stoppen, wenn die Bahn im gleichen Moment kommt, wenn ich hier rüber will“ … aber es hat geklappt! Als ich beim Bahnübergang ankam, war die Dampfeisenbahn gerade durch und ich konnte durchziehen. „Schön“ dachte ich, es läuft gerade so flüssig, da geht noch was.
Und zurück im Ort waren auch wieder einige Zuschauer, die uns anfeuerten. Ich hätte es nicht gedacht, aber so passierte es, das der letzte siebzehnte Kilometer sogar der schnellste war: 03:44min. Schon wieder Krass, dachte ich. Wie geht das, aber ideal wenn der letzte Kilometer der schnellste ist … bergab aber kein Hexenwerk. Beim Einlaufen ins Stadion hatte ich dann noch Franziska Kranich auf der Strecke entdeckt … sie ist auch überall mit am Start und vorn dabei, das war ein schönes Gefühl sozusagen mit ihr den Zieleinlauf zu erleben, allerdings hatte sie die 35 Kilometerstrecke in den Knochen … ein Lauf der Superlative eben. Am Ende gesund und zufrieden in 01:27:38 Stunden nach 17,2km im Ziel angekommen, war ich glücklich und Zufrieden gesund und ohne Sturz durchgekommen zu sein. Die Platzierung als 11. der M45 war dann eher ernüchternd … bei Julius lief es wesentlich besser, als 5. seiner Altersklasse mU14 durfte er aufs große Podium!
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Alle Ergebnisse: 52. Zittauer Gebirgslauf & Wandertreff | Baer-Service – Wir haben die Zeit fest im Griff
weitere Teilnehmer vom SV Elbland: Thomas Lindig 17 km, Katrin Lindig 35 km