Wandern
Unterwegs auf dem Kammweg Erzgebirge/Vogtland 2026
von Matthias Mantzke
Dieses Jahr stiegen wir direkt wieder im Landhotel Rittersgrün ein, wanderten die Etappen 10-12 des Kammweges über Johanngeorgenstadt bis hin ins Vogtland nach Morgenröthe-Rautenkranz. An 5 Tagen gingen 11 wanderbegeisterte SV Elbland Wanderer auf die insgesamt 53,3km lange Tour. Dabei 1425 Meter aufwärts.
Erster Tag, 29.04.2026, Anreise und „Rund um Rittersgrün“ über 8,1km
Mit dem Regionalexpress ging es ab Coswig 9:34 Uhr los. Über Riesa, Chemnitz und weiter mit Bussen über Aue und Schwarzenberg kamen wir ca. 14 Uhr in Rittersgrün an. Nach einer kleinen Stärkung mit Kaffee und Kuchen vertraten wir uns die Beine, mit einem schönen Rundweg bei herrlichem sonnigen Wetter um Rittersgrün. Aussichtsreich stiegen wir in Richtung Ochsenkopf (833m) hinauf, erkannten nördlich den König Albert Turm auf dem Spiegelwald (728m). Von einem Rastplatz am Waldrand erblickten wir dann sogar auch schon den Auersberg mit seinen stolzen 1018m, der unseren höchsten Punkt dieses Jahr auf dem Kammweg markieren wird. Gemütlich ließen wir in der schönen Gaststätte den ersten Tag ausklingen.
Rastplatz mit Aussicht unterhalb des Ochsenkopfes
Der Auersberg (1018m) Blick auf die Kirche von Rittersgrün
10. Etappe, 30.04.2026, Von Rittersgrün nach Johanngeorgenstadt über 17,5km
Zeitig und frohen Mutes starteten wir bei noch kühlen Temperaturen am Landhotel in Rittersgrün nach Süden. Steil führte uns der Weg in den Wald hinein. Wir nahmen den direkten Weg und stießen an der Himmelswiese (915m) auf den Kammweg.
Dort durfte uns Klaus durch sein morgendliches Gymnastikprogramm führen. Weiter führte uns der Weg jetzt direkt an der deutsch-böhmischen Grenze entlang bis zum idyllischen Preßhausteich. Ein herrlicher Ort, wir genossen die Sonne im weichen Gras beim Verzehr des Lunchpaketes. Bald erreichten wir nach dem Abstieg ins Schwarzwassertal in Preßhaus den Ort Johanngeorgenstadt. Ein schöner Blick auf Potucky (Breitenbach) und die alte Kirche von Johanngeorgenstadt eröffnete sich. Auf der anderen Talseite führte uns der Kammweg, inzwischen bei warmen 20 Grad, über das Gelände der ehemaligen Altstadt. Die Wismut buddelte hier nach Pechblende. Als die komplette Altstadt unterhölt war, befahl die sowjetische Militärverwaltung 1951 den Abriss der Altstadt, welcher 1954/55 vollzogen wurde. Welch eine fürchterliche Willkür. Nur die Kirche blieb stehen. Weiter liefen wir über
Am Preßhaus, Johanngeorgenstadt Die Kirche der ehemaligen Altstadt
Abraumhalden des Bergbaus bis zur Jugendherberge. Dort staunten wir nicht schlecht, ein Schneeband für Abfahrtsskilauf schlängelte sich zur „Draakschänk“ nach Breitenbach herunter. Dort trafen wir auch auf ein Johanngeorgenstädter Original, der eindringlich von der leidvollen Geschichte seines Heimatortes erzählte. An dem leider weggerissenen Gebäude der Pochwäsche vorbei stiegen wir aus dem Lehmergrund auf und standen plötzlich oberhalb der mächtigen Erzgebirgsschanzen. Schon ziemlich erschöpft erreichten wir endlich unser Landhaus Sonnentau im Ortsteil Schwefelwerk.
Älteste Großschanze Deuschlands Das Landhaus Sonnentau
11. Etappe, 01.05.2026, Von Johanngeorgenstadt über den Auersberg (1018m) bis nach Wildenthal über 9,2km
Bei wieder strahlendem Sonnenschein und schon angenehmen Temperaturen starteten wir ca. 9:30 Uhr am Landhaus Sonnentau. Schon nach wenigen Metern konnten wir im Rücken herrlich auf eine Phalanx der höchsten Berge des Erzgebirges blicken.
Fichtelberg 1215m Keilberg 1244m Plattenberg (Blatensky Vrch) 1043m
Über Steinbach und die Sauschwemme stiegen wir über den Mittelflügel schnurgerade auf den Auersberg (1018m) hinauf. Dort erwartete uns eine neue motivierte Wirtin mit Ur-Krostitzer vom Fass und sehr viel Gastlichkeit im Biergarten. Wir verweilten, bestiegen den Turm und genossen die Aussicht. Nun mussten wir nur noch 3km bergab laufen, um dann in der Hammerschänke in Wildenthal einzuchecken. Den Nachmittag verbrachten die meisten bei einem Spaziergang.
Prost, Geselligkeit auf dem Auersberg
12. Etappe, 02.05.2026 Von Wildenthal nach Morgenröthe-Rautenkranz über 18,5km
Heute stand die längste Etappe auf dem Programm. Zu Beginn mit einem aussichtsreichen Rundweg um den Ort. Am kleinen Skilift ging es dann in den Wald. Nach mehrmaligem Auf und Ab erreichten wir Weitersglashütte und schließlich Carlsfeld. Dort gönnten wir uns im Gasthaus an der Talsperre eine Erfrischung. Weiter führte uns der Kammweg, mit sehr schönen Aussichten auf Carlsfeld mit der ältesten Rundkirche Sachsens.
Durch dichte Wälder liefen wir auf einer Höhe von über 900m über NN weiter, schließlich steil abfallend zum Naturschutzgebiet „Dreibächle“ mit dem ältesten Fichtenbestand Sachsens. Unbemerkt überquerten wir dabei auch die Grenze zwischen dem Erzgebirge und dem Vogtland. Ein Schotterweg führte uns nach Morgenröthe. Dort verließen wir den Kammweg Erzgebirge-Vogtland und wanderten noch ca. 3km weiter. Jetzt folgten wir dem gelben Strich auf dem Pyratalweg sehr schön durch den Wald bis nach Rautenkranz. Die Kräfte schwanden und das Ziel rückte näher. Darum ignorierten wir, sehr zum Leidwesen von Moni und Matze, den letzten Wegweiser. So gingen wir jetzt auf der Straße, noch ca. 500m, bis zu unserem Quartier in Rautenkranz. In der Frischhütte mühte sich das junge Personal nach Kräften, die mangelnde Vorbereitung in dieser Pension zu überspielen.
In der „Frischhütte“ in Morgenröthe-Rautenkranz
Glücklich, dass wir es alle wieder geschafft hatten, ließen wir den Abend auch mit ein paar Schnäpsen ausklingen. Allen wanderten wieder begeistert mit und dankten am Abend mit berührenden Worten den Organisatoren Silke und Matze.
Letzter Tag, 03.05.2026, Abreise
Um 10.10 Uhr fuhr unser Anrufbus ab dem Raumfahrtzentrum in Morgenröthe-Rautenkranz. Nach einem letzten Frühstück in der Pension schauten wir uns bis zur Abfahrt das interessante Außengelände des Raumfahrtzentrums an. Dieser brachte uns nach Muldenberg (Floßplatz). Dort stiegen wir in die Vogtlandbahn ein. Über Plauen, Schienenersatzverkehr ab Freital Potschappel und Dresden-Hbf. ging es zurück in die Heimat.
Zur Abreise, vor der „Frischhütte“ Diese MIG 21 flog Siegmund Jähn 1963