Wanderung auf dem Burgenlandweg

von Matthias Harz

Der Burgenlandweg ist ein wenig bekannter und schlecht ausgeschilderter Wanderweg, der von Neuhirschstein auf die Meißner Burg führt. Er bietet einen sehr schönen Ausblick auf die Weinberge der anderen Elbseite. Er ist vor allem in den Monaten April/Mai und September zu empfehlen.

So wanderten wir am 24.03.2019 ein Teilstück diese Weges von Hirschstein zur Güldenen Aue.

Pünktlich 8.15 Uhr traf sich eine erste Gruppe (12 Wanderer) am Coswiger Bahnhof. Eine zweite Gruppe startete zwei Stunden später.

Beide Gruppen fuhren erst einmal mit der S-Bahn bis Meißen und dann weiter mit dem Bus elbabwärts auf der linken Seite dem Ziel entgegen. Die erste Gruppe fuhr bis Neuhirschstein, während die zweite ihr Ziel nach kurzer Fahrt in Zehren erreichte.

In Neuhirschstein liefen wir eine kurze Strecke bis zum Schloss. Es wurde im 15. Jh. erbaut. Die Herren Birkigt und Haugwitz werden als Schlossherren benannt. Im zweiten Weltkrieg wurden hier Kunstschätze der Dresdener Kunstsammlung eingelagert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es vorwiegend für Kinder als Erholungs- und Rehabilitationsort genutzt. Seit 2009 befindet es sich im Besitz des Landkreises Meißen. Es hat an wenigen Tagen im Jahr geöffnet.

Über einen kleinen Weg ging es abwärts zum Elberadweg. Auf diesem entlang und den Blick nach Diesbar-Seußlitz genießend, wanderten wir nach Niederlommatzsch zur Fährstelle.

Danach erreichten wir den Tierpark Hebelei. Es ist ein schönes Ausflugsziel vor allem für Familien mit Kinder. Fast jeden ersten Sonntag im Monat findet hier auch ein Bauernmarkt mit regionalen Angeboten statt.

Nach kurzer Zeit gelangten wir nach Niedermuschütz. Hier verließen wir den Elberadweg und somit auch den Burgenlandweg. Wir wanderten durch das Dorf , um am Ortsausgang uns rechts haltend in einen kleinen Feldweg einzubiegen. Es ging leicht bergan über eine kleine Streuobstwiese und zwischen Feldern hindurch. Auf der Höhe angelangt, hatten wir einen herrlichen Rundblick in Richtung Riesa mit dem Industriekomplex „Wacker Chemie“ und die scheinbar so nahe liegende Kirche von Zadel. Man glaubt es kaum, dass sie auf der anderen Elbseite liegt. Unser Blick reichte bis hin zum Dom von Meißen, dessen Turmspitzen aber nur durch die unbelaubten Bäume sichtbar waren. Nach kurzer Zeit gelangten wir an die B6 und liefen neben dieser nach Zehren in den Ort hinein.

Die zweite Wandergruppe trafen wir nun an der Zehrener St. Michaelis Kirche. Im 13. Jh. wurde hier erstmals eine Kapelle erwähnt. In einer wechselhaften Geschichte entstand im 18. Jh. die heutige Gestalt der Kirche. Sie gilt auch als Vorläufer der Frauenkirche.

Nach einer kurzen Stärkungspause führte uns der Weg den Berg hinauf über einen Feldweg zum Schloss Schieritz. Es wurde im 16. Jh. erbaut und beherbergt auch eine Branntweinbrennerei. Die Familien Schleinitz und Sundthausen werden als Besitzer benannt. Der ca. 40 m hohe Turm ist leider aus bautechnischen Gründen gesperrt. Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz und wird in mühevoller Kleinarbeit restauriert.

Wir wanderten weiter den Berg hinab zur Schlossmühle, die im 14. Jh. erstmals erwähnt wurde. Sie diente zuerst als Holz- und Schneidemühle später dann als Getreidemühle, sowie der Stromerzeugung.

Durch Schieritz, am Sport-und Reitplatz vorbei, ging es in Richtung Sebschützer Weg (Straße) bis zum Ortsausgang. Rechter Hand auf einem Feldweg erklommen wir die Sebschützer Höhe und genossen den Blick in Richtung Meißen. Am Ende des Weges hielten wir uns links und wanderten in das Jahnabachtal, Richtung Keilbusch.

In der beliebten Gaststätte „Güldene Aue“ legten wir eine größere Pause ein und und genossen das wohlverdiente und sehr gute Mittagessen.

Danach ging es auf dem Radweg zurück nach Meißen.

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